BauMineral News

November 2018
Neue Wege, alternative Produkte

Misch- und Aufbereitungsanlage im Kraftwerk Scholven

BauMineral reagiert mit Ideen und Flexibilität auf den veränderten Markt für Kraftwerksnebenprodukte.
„Die Energiewende hat unseren Markt – die Verwertung von Kraftwerksnebenprodukten – drastisch verändert“, sagt Daniel Ringwelski, bei unserer Tochtergesellschaft BauMineral verantwortlich für den Flugaschevertrieb in Süddeutschland. „Schon seit einiger Zeit arbeiten wir deshalb in verschiedenen Projekten an der Entwicklung neuer Strategien und alternativer Produkte, um die Position der BauMineral am Baustoffmarkt und die Zukunft des Unternehmens zu sichern.“

Eines der Hauptgeschäftsfelder der BauMineral ist die Verwertung von Flugasche, die als Nebenprodukt bei der Stromerzeugung in Steinkohlekraftwerken erzeugt wird. Als EFA-Füller® wird sie vor allem in die Transportbetonindustrie geliefert. Doch die Energiewende führt dazu, dass Steinkohlekraftwerke deutlich weniger eingesetzt werden. Folglich reduziert sich das Aufkommen an Nebenprodukten wie Flugasche stark. Dazu kommt, dass Kraftwerke und Transportbetonindustrie antizyklisch produzieren: Während die Kraftwerke vor allem in den Wintermonaten stärker betrieben werden, arbeitet die Transportbetonindustrie bei kaltem Wetter nur in kleinerem Umfang; in den Sommermonaten ist es umgekehrt.

Große Nachfrage in der Baustoffindustrie

In der Baustoffindustrie ist EFA-Füller® ein stark nachgefragter Rohstoff, der über Jahrzehnte in ausreichender Quantität zur Verfügung gestellt werden konnte. Die Verarbeitung von Flugasche in Beton beeinflusst auch einige Betoneigenschaften. Beispielsweise erhöht Flugasche die Fließfähigkeit des Betons, so dass auch komplizierte Bauteile damit gegossen werden können. Weiterhin kann sie seine Dauerhaftigkeit verbessern. Die Flugasche bietet also wirtschaftliche, technologische und ökologische Vorteile, auf die kein Kunde mehr verzichten möchte.

„Durch eigene Transport- und Lagerkapazitäten konnten wir bisher stets die Steinkohlenflugasche aus den Vertrags-Kraftwerken verwerten und die Abnehmer in der Betonindustrie bedarfsgerecht bedienen“, sagt Dirk Brandenburger, Leiter des Vertriebs. „Wir sehen zwei Möglichkeiten, auf den veränderten Markt zu reagieren: Unser Geschäft internationalisieren und diversifizieren.“

Misch- und Aufbereitungsanlage im Kraftwerk Scholven
Misch- und Aufbereitungsanlage im Kraftwerk Scholven

Internationalisierung

Denn schaut man über die Grenzen Deutschlands und Europas hinaus, ergibt sich ein ganz anderes Bild: In Indien zum Beispiel wird enorm viel Kohle, oft mit sehr hohen Aschegehalten, verstromt und die Flugasche deponiert. Silolager- oder Transportlogistik ist praktisch nicht vorhanden. Oder Japan: Dort zahlen die Betreiber von Kohlekraftwerken für die Entsorgung der Flugasche hohe Gebühren. „Mit unserem Know-how und der nötigen Infrastruktur könnte man auch diese Flugaschen verwerten und zumindest zum Teil auch für die Märkte in Deutschland oder Benelux nutzen.“

Andererseits wird etwa im Mittleren Osten extrem viel gebaut, durch die klimatischen Verhältnisse werden an die Betone hohe Anforderungen gestellt. Mit Flugasche können die besonders widerstandsfähigen Betone hergestellt werden. „In dieser Region gibt es ein hohes Potential mit Flugasche zu arbeiten und die in Deutschland gewonnenen Erfahrungen anzuwenden. Gemeinsam mit Kollegen von Energy Services überlegen wir derzeit, wie wir diese Potentiale für uns nutzen können“, so Brandenburger weiter.

Diversifizierung

In Deutschland aber werden kurzfristig andere Lösungen gebraucht, denn schon heute sind die Silos zeitweise leer. „Hier müssen wir diversifizieren und Alternativen zur Flugasche suchen.“ Statt Flugasche wieder Zement einzusetzen, ist wesentlich teurer und zudem CO2-intensiv. Hüttensand, Kalksteinmehl oder calzinierte Tone bieten Möglichkeiten, sind aber teilweise auch nur für bestimmte Anwendungen einsetzbar. 

BauMineral ist dafür schon mit verschiedenen Partnern im Gespräch. Erste neue Verträge, zum Beispiel über die Lieferung alternativer Produkte oder deren weitere Verarbeitung sind bereits abgeschlossen, weitere werden vorbereitet“, zeigt sich Dirk Brandenburger zufrieden.

Innenansicht der Misch- und Aufbereitungsanlage
Innenansicht der Misch- und Aufbereitungsanlage

Starker Partner für die Lieferung von Betonzusatzstoffen

„Mit unserem Know-how, unseren etablierten Vertriebswegen, unseren Mischanlagen oder auch den Erfahrungen unseres Baustoffprüflabors sind wir für diese Veränderungen gut aufgestellt. Die Verwertung der Kraftwerksnebenprodukte aus den Steinkohlekraftwerken wird an Bedeutung verlieren, aber BauMineral wird sich mit der Bereitstellung von Betonzusatzstoffen im Betonmarkt weiter etablieren.“

Hintergrund: Transportbetonindustrie
Rund 700 Unternehmen mit insgesamt 1.800 stationären Werken produzieren in Deutschland Transportbeton. Eine normale Transportbetonanlage besitzt in der Regel drei bis vier Silos, von denen der überwiegende Teil für Zement und nur ein Silo für EFA-Füller® genutzt wird. Die Kapazität eines Flugaschesilos beträgt 25 bis 50 Tonnen, so dass maximal ein bis zwei LKW-Ladungen EFA-Füller® aufgenommen werden können. Deshalb benötigen diese Firmen einen zuverlässigen Lieferanten, der jederzeit bedarfsgerecht Flugasche zur Verfügung stellen kann.

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