BauMineral News

November 2021
Kesselsand aus Datteln 4 für Großbritannien

Bei der Stromerzeugung aus Steinkohle entstehen mineralische Nebenprodukte wie Flugasche, Kesselsand und Gips, die von der Uniper-Tochter BauMineral vermarktet werden. Als letztes Nebenprodukt aus dem Kraftwerk Datteln 4 wurde nun der Kesselsand zertifiziert. Dies sichert die Entsorgung des Kraftwerks und die Versorgung von Kunden in Großbritannien.

Für die Vermarktung von Kraftwerksnebenprodukten spielt es eine große Rolle, ob sie ihrer Bezeichnung entsprechend auch als Nebenprodukte anzusehen oder als Abfälle einzustufen sind.

Werden die Stoffe als Abfälle eingestuft, treten ihre baustofflichen Qualitäten schnell in den Hintergrund. Die meisten Baustoffhersteller wie z.B. Betonwerke dürfen aufgrund fehlender Genehmigungen keine Abfälle annehmen und verarbeiten. An Abfälle werden in der Regel deutlich höhere Umweltverträglichkeitsanforderungen gestellt, und sie können vielfach auch nur auf explizit ausgewiesenen Flächen gelagert werden, die erhöhten baulichen Anforderungen gerecht werden müssen. Das hat zur Folge, dass Kraftwerksnebenprodukte, wenn sie als Abfälle eingestuft werden, nicht oder nur mit großen Einschränkungen verwertet werden können.

Für Nebenprodukte können dagegen im Regelfall Verkaufserlöse erzielt werden, sofern sie aufgrund ihrer Stoffeigenschaften für bestimmte Anwendungen, zum Beispiel als Betonkomponente, nützlich sind. Dies ist bei Steinkohlenflugaschen, Kesselsanden und REA-Gipsen grundsätzlich der Fall.

Der Gips aus dem Kraftwerk Datteln 4 wird bereits seit Ende 2020 vermarktet, und seit Anfang dieses Jahres beliefert BauMineral die Kunden auch mit Steinkohlenflugasche von dort. Als letztes Kraftwerksnebenprodukt erhielt nun auch der Kesselsand aus dem Kraftwerk ein Zertifikat auf Basis der harmonisierten EU-Norm DIN EN 13055-1.

Zertifizierte Kesselsande aus den Kraftwerken Scholven, Heyden, Wilhelmshaven und Maasvlakte vermarktet BauMineral schon seit mehr als 20 Jahren in England in der Betonsteinindustrie. Dort wird er zur Herstellung von Mauersteinen verwendet, die sich im Vergleich zu Steinen aus Kiesbeton neben ihrer CO2-Neutralität auch durch ein geringeres Gewicht und bessere Wärmedämmung auszeichnen.

„Nach der Zertifizierung konnten nun die ersten beiden Schiffe mit dem Kesselsand „Grobalith D4“ ihre Reise nach England antreten. Das war auch zur Aufrechterhaltung der Geschäftsbeziehung mit den dortigen Kunden wichtig“, sagt Mario Gladisch, der bei BauMineral für den Vertrieb zuständig ist.

Denn die Energiewende führt dazu, dass Steinkohlekraftwerke deutlich weniger eingesetzt werden. Damit reduziert sich auch das Aufkommen an Nebenprodukten stark. Die Vermarktung von Grobalith D4 verhindert, dass sich die Kunden nach Alternativen umsehen und anderweitig vertragliche Bindungen eingehen.

Mario Gladisch: „Der mit dem Kesselsand aus Datteln belieferte Kunde wurde übrigens kürzlich mit dem “BES 6001 Excellent Status“ ausgezeichnet, da er nur Betonausgangsstoffe aus verlässlichen Quellen und von vertrauenswürdigen Partnern einsetzt. Eine Auszeichnung, über die wir uns mit unserem Kunden gemeinsam freuen!“

Kesselsand, Flugasche und Gips entstehen als Nebenprodukte bei der Stromerzeugung aus Steinkohle.

Kohle enthält immer sogenanntes Nebengestein, das auch als Ballast bezeichnet wird. Die nicht brennbaren Gesteinspartikel bleiben bei der Verbrennung von Kohle in Trockenfeuerungskesseln abhängig von ihrer Feinheit als Kesselsand oder Steinkohlenflugasche zurück. Kesselsand findet Anwendung im Straßenbau oder auch als Ersatz für Natursand im Beton.

Flugasche wird bei der Rauchgasreinigung aus den Rauchgasen gefiltert. Die nicht brennbaren Bestandteile der Kohle im Rauchgas werden negativ geladen und durch ein elektrisches Feld geleitet. Dort werden sie von einer positiv geladenen Elektrode angezogen und abgeklopft. Flugasche kann in der Bauindustrie als Zusatzstoff für Beton verwendet werden.

Der in der Kohle vorhandene Schwefel oxidiert bei der Verbrennung zu Schwefeldioxid. Dieses reagiert in der Rauchgasentschwefelungsanlage (REA) mit Kalkmilch zu Gips und Wasser. REA-Gips kann bei der Herstellung von Gipskartonplatten und Gipsputzen den Naturgips vollständig ersetzen.

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